Reden über den Schmerz
Selbsthilfegruppe für Frauen, die nach einer Abtreibung in seelische Not gerieten
von Martina Biedenbach
Schwierige Situation
„Ich habe ein Leben umgebracht“, warf sie sich vor. Und verbot sich alles, was ihr Spaß machte. Ihr ganzes Denken kreiste um das tote Kind. „Ich traute mich nicht, mit anderen darüber zu sprechen. Ich fühlte nichts mehr.“
Petra M. fand im Internet die Seite www.nachabtreibung.de und tauschte sich im Forum und telefonisch mit betroffenen Frauen aus. Sie erfuhr, dass es vielen so geht wie ihr. Manche überfällt der Schmerz erst Jahre nach dem Eingriff. Depressionen und Suchterkrankungen können die Folge sein.
Die Gespräche ermutigten sie, sich vor Ort Hilfe zu suchen. Petra M. ging zur Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werkes Waldeck-Frankenberg. Die Beratung half ihr weiter. Sie erlaubt sich nun, den Verlust ihres Kindes zu betrauern. Das hatte sie sich vorher verboten – mit dem Satz „Du hast es doch selbst so gewollt.“ Ihr totes Kind bekam einen festen Platz in ihrem Leben. Mit einer Seelsorgerin hat sie einen Abschiedsgottesdienst für das Kind zelebriert. Danach traute sich Petra M., mit Freundinnen über ihr Leid zu sprechen.
„Das Reden über den Abbruch hilft, das Unabänderbare zu begreifen“, sagt sie. Und sie engagierte sich für die Gründung einer Selbsthilfegruppe – zusammen mit dem Treffpunkt Frankenberg. Unterstützt wird sie von Conny Jordan, die seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich die Selbsthilfegruppen der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle betreut.
„Der Austausch mit Betroffenen hilft.“ sagt Petra M.
Conny Jordan weiß, dass die Scham der Frauen groß ist. „Wir bieten im Treffpunkt einen geschützten Raum. Alle Gespräche werden vertraulich geführt und dringen nichtnach draußen“, sagt sie.
„Der Austausch mit Betroffenen hilft. Sie wissen, wovon man redet“, sagt Petra M. Das lindere den Schmerz, sagt sie. Auch wenn sie weiß, dass die Trauer über das tote Kind sie ein Leben lang begleiten wird. „Aber sie wird erträglicher.“
Entscheidung immer eine Krise
Über die Zahl der Abtreibungen in Waldeck-Frankenberg gibt es keine offiziellen Zahlen. Die Schwangerschaftskonfliktberatung, zu der jede Frau vor einer Abtreibung verpflichtet ist, leistet im Landkreis das Diakonische Werk Waldeck-Frankenberg. An die 200 Frauen kommen pro Jahr zu Beratung.
Nach Angaben von Sibylle Reifferscheidt hat die Konfliktberatung 2008 169 Frauen beraten, in den beiden Vorjahren waren es 164 und 184. Wie viele von ihnen danach einen Schwangerschaftsabbruch haben vornehmen lassen, darüber hat sie keine Zahlen. Denn die Frauen müssen ihre Entscheidung nicht mitteilen. „Es ist immer Krise, in solch einer Situation der Entscheidung für oder gegen das Kind zu stehen“, sagt die Beraterin.
Eher selten kommen, wie Petra M., Frauen nach einem Abbruch erneut in die diakonischen Beratungsstelle. Häufiger suchen Frauen, die das Kind bekommen haben, die
Beratungsstelle erneut auf. Sie erhalten dort Unterstützung bei der Bewältigung der Situation und dem Beantragen von finanziellen Hilfe, schildert Sibylle Reifferscheidt.
Info: Die Schwangerschaftskonfliktberatung ist montags bis freitags von 11 bis 12 Uhr für Anmeldungen zu erreichen unter 05631/913256. Beratungsstellen gibt es in Frankenberg, Korbach, Bad Wildungen, Bad Arolsen. (mab)
KOMMENTAR
Martina Biedenbach
Die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch fällen Frauen in den seltensten Fällen leichtfertig. Der Erleichterung kurz nach dem Abbruch folgen bei vielen Frauen Gewissensbisse – und womit sie vorher nicht gerechnet haben: Trauer und Schmerz um den Verlust des Kindes. Doch beides können sie oft gar nicht zulassen. Schließlich, so sagen sie sich, haben sie sich ja selbst für den Abbruchentschieden. Meist sind die Frauen mit ihren Gefühlen alleine, trauen sich nicht, mit anderen zu reden, weil sie Vorwürfe und Unverständnis befürchten. Depressionen oder Suchterkrankungen können die Folge sein. Weil Frauen nicht über ihre Qualen reden, ist ihr Leid wenig bekannt. Die Selbsthilfegruppe Nach Abtreibung des Frankenberger Treffpunkts bietet nicht nur eine Möglichkeit, sich mit anderen betroffenen Frauen auszutauschen, sondern sie macht auch wertvolle Öffentlichkeitsarbeit. mab@hna.de
Zeitung: Waldeck-Frankenberg | 25.04.2009
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Kommentare
Es tut mir so wahnsinnig leid
Es ist alles eine sehr schwere Situation und zwar fing es in Oktober an ich traf mich mit einem Mann obwohl ich verheiratet bin allerdings hatte ich das Gefühl das mein Mann sich lieber für eine andere Frau interessiert was auch stimmte.
Ja ich wollte mich eigentlich rein Freundschaftlich mit diesem Kerl treffen nun ja wir was getrunken und auf einmal hatte ich einen Filmriss ich weiß nur noch das ich noch was,was er mir angeboten hatte getrunken hatte und seit dem weiß ich nicht mehr was passiert ist. ( ich vermute das was im Glas war! )
Gut mein Mann hat es an dem Tag erfahren wie ich das ich Sex mit ihm hatte und hat mich rausgeschmissen nein von diesem Mann war ich nicht Schwanger!!! nach 4 Wochen habe ich bei meinem Mann geschlafen und wir hatten Sex und da ist es passiert 2 Wochen nach dem eigentlichen Eisprung!
Ja ich wurde sofort schwanger.
Ich habe mit meinem Mann darüber geredet wir haben schon ein Kind und er meinte er könnte es nicht lieben und es würde ihn immer an unsere schwere Zeit erinnern.
Seit 3 Wochen wohnen wir wieder zusammen.
Ja und vor 2 Wochen habe ich diesen Abbruch machen lassen ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken.
Ich dachte ich bin es meinem Kind schuldig nachher steht er ohne Vater da wenn er mich verlassen sollte usw.
und nun? ich komme nicht damit zurecht.
Jede Nacht habe ich Alpträume...
Ich kann meinem Kind nicht mehr richtig in die Augen schauen ich hasse mich so wahnsinnig dafür ich schaffe es einfach nicht.
Ich fühle mich als wenn mir jemand den Boden unter den Füßen weg gezogen hätte.
Warum habe ich nicht eine Sekunde an mich gedacht?
warum habe ich das zugelassen?
es ist so schrecklich.
Nach dem EIngriff war ich unter Schock und schrieh rum ich wurde wahrscheinlich vergewaltigt ich war nur fertig und bin es wirklich total ich weiß echt einfach nicht mehr weiter...
ich bin inzwischen 19 jahre
ich bin inzwischen 19 jahre alt, mein kind wäre nun güt über ein Jahr alt, die genauen daten will ich mir nicht merken und doch verfolgt mich alles immer zu.
Ich wolte abtreiben, habe mit meinem freund oft vor dem wissen der ungewollten schwangerschaft darüber gesprochen was wäre wenn ich aufeinmal schwanger werden würde. Als wir kaum 4 monate zusammen waren kotzte ich mir eines abends die seele aus dem leib mit war schlecht und meine brüste waren schon fast ein körbchen grösser ich wusste es zu diesem zeitpunkt als hätte ich gespürt, dass ich schwanger bin einen tag darauf kaufte ich mir auch den test der positiv herauskam, der termin bei der frauenärztin der darauf folgte, besucht ich mit zittrigen händen ich wollte , dass kind nicht denn die umstände waren nicht da damit ich ein kind grossziehen konnte, auch wenn alle, meine ganze familie hinter mir stand und der Geburt des Kindes zustimmten, wollte ich nicht. Ärzte versuchten die Wahrheit aus mit zu bringen ob ich mir wirklich sicher bin, schickten mich zum psychoilogen, doch mit umso mehr leuten ich sprach um so sicherer kam ich rüber das ich das kind nicht will. Ich war davon überzeugt, dass ich damit nicht zurecht kommen würde, mein leben eine zu schnelle wende nehmen würde auf einmal mutter zusein mit 17 verantwortlich für ein Lebewesen das ich selbst gezeugt habe unmöglich. ich vertrat meinen standpunkt.
1 Jahr lang machte ich mir kaum gedanken darüber, doch so ungefähr seit 5 monaten kommen mir bilder hoch bilder wie mein kind nun aussehen könnte, wie es mir gehen würde ob ich woll ne gute mama geworden wäre, davon ich eigentlich überzeugt bin vielleicht mit leichten geld problemen doch ich hätte es sicher geschafft, nun meine gedanke springen hin und her manchmal geht es mir sehr gut und ich denke kaum darüber nach, doch manchmal denke ich mir das ich alles nur verdränge , dass ich es nicht wahr haben will was ich getan habe zudem habe ich ende 3. monat abgetriebn anfangs 4 ten eigentlich schon zu spät.
ich weine manchmal stundenlang, und schau das ultraschallbild an weil ich einfach nicht weiss ob ich doch das richtige für mich getan habe. nfangs war ich so überzeugt von meiner lebensentscheidung, doch nun...!?

Ich bin erst neu hier.
Hallo,
Ich bin erst 15, habe vor 3 wochen die nachricht bekommen schwanger zu sein.
Da ich NIE für abtreibungen war, war mir bis vor einer woche klar, dieses kind zu bekommen. Doch nach beratungsgesprächen, gespräche mit meinen Eltern und anderen Personen wurde mir klar das man mit 15 leider noch kein kind großziehen kann und das geld was man vom staat bekommen würde nicht reicht. Ich bin schülerin gehe in die 10 klasse und habe keine finanzielle absicherung. Mein Freund ist 17 und verdient auch noch kein geld. Aus diesem Grund habe ich mich für die abtreibung entschieden, allerdings ist erst morgen der Termin dafür.
Ich habe lange überlegt, tage nur im bett gelegen und geweint weil ich nicht wusste welches die richtige entscheidung ist. Ich hatte pro und contra für beide entscheidungen, doch die wahl es abzutreiben war größer. Ich habe dolle angst das meine entscheidung doh falsch ist, denn meine schwester hat im dez.09 erst ein kind bekommen, dadurch werde ich ja dann immer daran errinert.
Mich würde gern interessieren wie ihr in meiner Lage gehandelt hättet.
Wäre erfreut über Antworten.
Celine