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Unvergessene Kinder

Osnabrück (eb) – Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle des Diakonischen Werkes lädt zu einer Veranstaltung am 23. 9. (Do., 19 Uhr) ins Haus der Kirche, Turmstr. 10–12, ein, in der es um Probleme im Leben nach einem Schwangerschaftsabbruch, nach Fehl- oder Totgeburt geht.

BILD: Ich habe abgetrieben – es fühlte sich an wie Mord

BILD-Serie: Menschen, die sich schuldig fühlen

Ich habe abgetrieben – es fühlte sich an wie Mord

VON S. KÜRTHY, S. MAJORCZYK UND P. MÜLLER (FOTOS)

Umringt von madonnen-glücklichen Schwangeren wartet Jessica (28) auf den Termin, der das Leben ihres ungeborenen Kindes beenden soll. Sie wartet und hofft. Darauf, dass jemand reinstürmt und sie wegzerrt, ihrem Kind eine Chance auf seine ersten Worte, ersten Schritte gibt.

Aber niemand kommt. Nur die Sprechstundenhilfe, die Jessica aufruft.

Die schweigende Mehrheit - Abtreibung ist zwar straffrei, aber immer noch ein Tabu (Neon, April 2009)

Abtreibung ist straffrei in Deutschland, aber immer noch ein gesellschaftliches Tabu. Das Schweigen geht auf Kosten der Frauen: Sie sind mit ihrer Entscheidung völlig allein. Nadja* ist neunzehn Jahre alt, als sie ungewollt schwanger wird. Dabei hatte das Jahr so gut angefangen: Nach Realschulabschluss und einem Jahr Ausbildung als Krankenpflegehelferin rückt ihr Traumberuf endlich in greifbare Nähe - sie findet einen Ausbildungsplatz als Krankenschwester in einer Bonner Klinik. Doch nach vier Monaten im neuen Job wird Nadja schwanger. „Wir haben doppelt verhütet, mit Pille und Kondom. Ich wollte nichts riskieren“, betont sie. Der Kindsvater, eine flüchtige Affäre, ist entsetzt: „Treib die Scheiße ab, oder ich mach dir das Leben zur Hölle“, droht er.

Abtreibung löst auch Trauer aus

Zehn Jahre Beratung der Diakonie 

gil Osnabrück. Plötzlich ungewollt schwanger – eine Krisensituation, die Pläne durchkreuzt und widersprüchliche Gefühle hervorruft. Unter Zeitdruck müssen existenzielle Entscheidungen gefällt werden. Seit zehn Jahren begleitet die Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und Sexualität des Diakonischen Werkes Betroffene bei der Klärung von Unsicherheiten und Konflikten. Sie leistet Unterstützung – nach einer abgebrochenen Schwangerschaft genauso wie nach einer Geburt.

Reden über den Schmerz

Selbsthilfegruppe für Frauen, die nach einer Abtreibung in seelische Not gerieten
von Martina Biedenbach 

FRANKENBERG. Abtreibung ist auch heute noch ein Tabuthema. Scham und Schuldgefühle und die Angst, auf Vorwürfe und Unverständnis zu stoßen, hindern viele Frauen daran, mit anderen über ihre Situation zu reden. Auch, oder gerade wenn sie nach dem Eingriff in seelische Not geraten. Eine Anlaufstelle im Landkreis ist nun die Selbsthilfegruppe „Nach Abtreibung“ im Treffpunkt Frankenberg. Die Initiatorin der Gruppe –  wir nennen sie Petra M. – kennt das Leid. Die Frau, Mitte 30, aus Waldeck-Frankenberg, Mutter von drei Kindern, hatte sich vor einem Jahr zusammen mit ihrem Ehemann für eine Abtreibung entschieden.
 

Viel Spass (Zeitschrift)

Ein zweites Kind? Das würde ich niemals schaffen ...!
TRAUERARBEIT
Jessica Sennekamp gründete eine Online-Frauen-Initiative
(www.nachabtreibung.de)

AUS DER TIEFEN KRISE
half Jessica vor allem die Liebe ihrer Tochter Kim
Fröhlich tobt Kim (5) auf dem Spielplatz, kuschelt sich dann an ihre Mama, Jessica Sennekamp (24) streichelt ihr übers Haar, Liebevoll - und nachdenklich. “Wenn ich meine Kleine sehe, muss ich oft daran denken, dass ich mein anderes Kind nicht auf die Welt bringen konnte. Das tut so weh”, sagt sie.

Glamour (2007)

Das Leben davor und das Leben danach. Das ist meine Zeitrechnung. Denn dass eine Entscheidung ein Leben so verändern kann, das wusste ich nicht, damals, als ich 18 war und die Welt für mich offen stand. Ich war gerade mit der Schule fertig und genoss meine neue Freiheit. Ich fühlte mich jung, schön und unbeschwert und wollte mein Leben auskosten. Wann, wenn nicht jetzt? Ich war immer schon ein Typ, der mit dem Kopf durch die Wand geht, ich lebe für den Moment, bin stur und hartnäckig. Halbe Sachen gibt es bei mir nicht. Also lebte ich jeden Tag, als würde es der letzte sein, zog mit Freundinnen los, machte Party, genoss meine erste Zeit als Erwachsene. Und dann traf ich mein Schicksal.

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