Psychische Folgen der Abtreibung
Eine Übersicht über die wissenschaftliche Literatur
Wie die American Psychiatric Association das PAS unterschlug
(Der folgende Abschnitt stammt aus: Clowes Brian, Tatsachen des Lebens, HLI, Wien 1998, ISBN 1-55922-043-0, S. 23, 24)
Eine besonders kuriose Vorgangsweise der American Psychiatric Association (APA) kommt bei der langwierigen Diskussion um PAS unweigerlich zum Vorschein.
1987 führte die APA in ihrer Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders - III - Revised (DSM-III-R) die Abtreibung als psychosozialen Stressfaktor an. Das bedeutete, dass Abtreibung posttraumatische Stress-Störungen (post-traumatic stress disorder = PTSD) auslösen kann. Die APA erwähnte PAS nicht eigens in ihrem DSM-II von 1987, jedes der Kriterien, die darin für PTSD angeführt waren, traf aber bei vielen Frauen, die abtreiben liessen, zu.
Die APA war offensichtlich ziemlich irritiert, als Pro-Lifer Parallelen zwischen PAS und der "traditionellen" PTSD zogen, da jeder Punkt der Abtreibungs-Agenda von ihr ausdrücklich unterstützt wird.
Deshalb suchte sich die APA einen Ausweg: Sie strich in ihrem DSM-IV von 1994 alle Bezugnahmen auf Abtreibung, Fehlgeburt, Kinder und jede Art operativer Eingriffe heraus. Die APA ging sogar so weit, dass sie die Kategorien der psycho-sozialen Stress-Faktoren, die ein seelisches Trauma hervorrufen, völlig neu definierte (d.h. die Probleme in Zusammenhang mit Wirtschaft, Familie, Rechtsstreit, Unterricht, Zugang zur Gesundheitsfürsorge und so weiter). Die APA scheint das deswegen getan zu haben, um die Zuordnung der Abtreibung zur Kategorie Stress-Faktor zu erschweren.
Die Frage ist nun offenbar: Warum betrachtete die APA die Abtreibung im Jahr 1987 als psychologischen Stress-Faktor und im Jahr 1994 nicht? Dieser Wandel ging sicherlich nicht auf die Ergebnisse neuerer medizinischer Studien über PAS zurück, weil innerhalb dieser Zeit keine aufschlussreiche Forschung betrieben wurde.
Die einzig logische Erklärung ist, dass die APA nicht weiterhin etwas billigen konnte, das - wie allgemein anerkannt - bedeutende psychische Schäden verursacht. Deshalb machten sie sich es leicht. Die APA entfernte einfach alles Beweismaterial für psychische Traumata als Folge der Abtreibung aus ihrem DSM-IV, und "löschte" somit das Problem aus ihrem professionellen Bewusstsein.
Erhöhte Selbstmordrate
Gissler M.; Abortion/Suicide Link, Br. Med. Journal, Dec. 6, 1996:
Die Suizidrate ist rund dreimal so hoch unter Frauen nach einer Abtreibung verglichen mit dem Durchschnitt der gleichen Altersgruppe. Nimmt man zum Vergleich Frauen nach einer Geburt, ist diese Rate sogar sechsmal höher. In Zahlen:
- Suizidrate nach einer Geburt: 5.9 Frauen pro 100'000
- Suizidrate nach einer Fehlgeburt 18,1 Frauen pro 100'000
- Suizidrate nach einer Abtreibung 34,7 Frauen pro 100'000
Gissler M, Hemminki E, Lonnqvist J (1996). Suicides after pregnancy in Finland, 1987-94: Register linkage study. BMJ, 313:1431-34:
Eine Analyse von Totenscheinen und der Gesundheitsstatistik in Finnland zeigte, dass die Suizidrate unter Frauen, die abgetrieben haben, sechsmal höher ist als unter Frauen, die ein Kind geboren haben. Die Rate ist immer noch dreimal höher gegenüber einem vergleichbaren Frauenkollektiv ohne Geburt oder Abtreibung.
Appleby L. Suicide during pregnancy and in the first postnatal year. BMJ 1991;302:137-40:
Forscher aus Grossbritannien fanden bei Frauen vor einer Abtreibung oder Geburt eine etwa gleich grosse Suizidversuchsrate. Diese Rate stieg hingegen nach einer Abtreibung markant an. Sie schliessen: "the increased risk of suicide after an induced abortion may therefore be a consequence of the procedure itself".
Erhöhte Sterberate
Gissler M. et al; Pregnancy associated deaths in Finland 1987-1994 - definition,, problems and benefits of record linkage, Acta Obstetrica et Gynecologica Scandinavica; 1997; 76: 651-657:
Eine finnische Studie untersuchte sämtlich Todesfälle von Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 1987 und 1994. Das entsprach 9192 Todesfällen. Die finnische staatliche Gesundheitsstatisik erlaubte auch herauszufinden, welche Frauen im Jahr vor ihrem Tod schwanger waren. Daraus liess sich folgende Todesrate berechnen: pro 100'000 Frauen sterben 27, die ein Kind geboren haben, 48, die eine Fehlgeburt oder eine extrauterine Schwangerschaft gehabt haben. Die Rate für Frauen, die abgetrieben haben betrug aber 101 Frauen pro 100'000. Das Risiko für eine Frau, im gebärfähigen Alter zu sterben ist rund 3,5 mal so hoch für Frauen mit einer Abtreibung als für Frauen mit einer Geburt im Jahr vor dem Tod. Dabei wurde nicht zwischen Geburt von unerwünschten oder erwünschten Kindern differenziert.
Reardon David C., Ney Philip G., Scheuren Fritz J., Cougle Jesse R., Colemena Priscilla K., Strahan Thomas W.; Suicide Deaths Associated with Pregnancy Outcome, a Record Linkage Study of 173'279 Low Income American Women; Poster Presentation at the First World Congress on Women's Mental Health Berlin, March 27-31, 2001:
Als Datenbasis dienten alle Frauen im gebärfähigen Alter, die eine Leistung der staatlichen Gesundheitsversicherung "Medi-Cal" für sozial Schwächere in Kalifornien im Jahr 1989 in Anspruch nahmen. Das ergab eine Anzahl von 173'279 auswertbaren Dossiers. Bei der "Leistung" handelte es sich entweder um eine Abtreibung oder um eine Geburt.
Die weiteren lebensgeschichtlich und gesundheitlich relevanten Ereignisse dieser Frauen wurden über einen Zeitraum von 8 Jahren beobachtet.
Ordnet man Frauen, die eine Geburt hatten den Faktor 1 zu, so findet sich bei Frauen mit einer Abtreibung folgende erhöhte Risikofaktoren:
- 2,54 mal höheres Risiko, an einem Suizid zu sterben (in den ersten vier Jahren nach der Abtreibung höchstes Risiko)
- 1,82 mal höheres Risiko, an einem Unfall zu sterben
- 1,62 mal höheres Risiko, an irgend einer Ursache zu sterben
- 1,44 mal höheres Risiko, an einem nicht-gewaltsamen Tod zu sterben (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, AIDS)
Zieht man zum Vergleich die Suizidrate von Frauen in der gleichen Altersgruppe ohne eine Abtreibung oder eine Geburt heran, so gilt immer noch
- 1,5 mal höheres Risiko für einen Suizid
Wichtig bleibt hinzuzufügen, dass sich das untersuchte Kollektiv aus Frauen zusammensetzt, die in vergleichbaren sozialen Verhältnissen leben. Der Einwand, Frauen mit einem höheren Sterberisiko stammten aus schlechteren sozialen Verhältnissen ist also nicht zutreffend. Ebenfalls kann als Ergebnis der Studie nicht gefolgert werden, dass allein vorangegangene psychiatrische Erkrankungen zu einem höheren Suizidrisiko führen.
Frauen mit einer Abtreibung haben offenbar ein statistisch signifikant höheres Sterberisiko. Dieses Verhalten kann zurückzuführen sein auf ein risikoreicheres Verhalten in Bezug auf die eigene Gesundheit mit erhöhter Tendenz zu selbstschädigendem Verhalten.
Psychosen
Sim M.; Abortion and the Psychiatrist; British Med. Journal; 1996; 2:145-148:
Psychosen nach Abtreibungen dauern länger, sind hartnäckiger und verzeichnen mehr Rückfälle als solche nach Geburten.
Risiko psychischer Erkrankungen erhöht
Somers R. (1979). Risk of admission to psychiatric institutions among danish women who experienced induced abortion: An analysis based upon record linkage. Ph.D. Dissertation. Los Angeles: USC, Dissertation Abstracts International, Order No. 7926066:
Eine Auswertung der Daten des zentralen dänischen psychiatrischen Register ergab, dass die Notwendigkeit einer psychiatrischen Behandlung bei Frauen ohne Abtreibung 1,9% beträgt, bei Frauen mit einer Abtreibung 3,4%, nach zwei Abtreibungen 4,0% nach drei Abtreibungen 6%.
Bereits vorbestehende psychiatrische Erkrankungen verschlimmern sich
Babikian HN. Abortion. In: Comprehensive Textbook of Psychiatry. 2nd Ed. Kaplan H, Freedman, AM (Eds.) 1975; Williams and Wilkins: 1496-1500:
Eigentlich wäre eine psychiatrische Erkrankung eine Kontraindikation für eine Abtreibung. Psychische Erkrankungen verschlimmern sich durch eine Abtreibung.
Erhöhte Rate von Drogen- und Alkoholmissbrauch
Drower SJ, Nash ES. S Afr Med J 54:604-8, 1978.
Kieth LG. Obstet Gynecol 73;715-20, 1989:
Frauen mit Abtreibung sind mehr abhängig von Drogen und Alkohol
Harris Louis & Associates, The Health of American Women, The Commenwealth Fund, Tabelle 418, S.451, 20. April 1993:
Ein Viertel der Frauen, die abtreiben, nehmen grosse Mengen an Alkohol zu sich, verglichen mit einem Achtel der Frauen im allgemeinen.
Reardon D. , Ney P; Abortion and Subsequent Substance Abuse; The American Journal of Drug and Alcohol Abuse, ISSN 0095-2990; 22.02.2000, Volume 26:
Eine Studie mit 700 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Frauen ergab folgende Resultate.
Frauen, deren erste Schwangerschaft mit einer Abtreibung endete, haben eine fünfmal höheres Risiko des Drogen oder Alkoholmissbrauches als Frauen, die ihr erstes Kind geboren haben.
Speckhard, A., Psychosocial Stress Following Abortion, (Kansas City, MO: Sheed & Ward, 1987):
Speckhard stellte in psychologischen Interviews mit Frauen fest, dass 60% einen erhöhten Alkoholkonsum nach ihrer Abtreibung zugaben. Rund 90% gaben zu, dass dieser Alkoholmissbrauch etwas mit Ihrer Abtreibung zu tun habe, lediglich 10% gaben an, bereits vorher zu viel getrunken zu haben.
Weitere Artikel zum Thema Abtreibung und Drogenmissbrauch
- Klassen, A., & Wilsnack, S., "Sexual Experience and Drinking among Women in a U.S. National Survey," Arch. Sex. Behav., 15(5):363 (1986).
- Amaro, H, Zuckerman, B., & Cabral, H., "Drug Use Among Adolescent Mothers: Profile of Risk," Pediatrics 84:144-150, July 1989.
- Thomas, T., Tori, C.D., Wile J.R. , & Scheidt, S.D., "Psychosocial Characteristics of Psychiatric Inpatients with Reproductive Losses," Journal of Health Care for the Poor and Underserved, 7(1):15-23, 1996.
- Frank, D. A., Zuckerman, B., Amaro, H., et Al., "Cocaine Use During Pregnancy, Prevalence and Correlates," Pediatrics 82(6):888-895 (1988).
- Oro, A. S., & Dixon, S. D., "Prenatal Cocaine and Methamphetamine Exposure: Maternal and Neo-natal Correlates," Pediatrics 111:571-578 (1987).
- Morrissey, E. & Schuckit, M., "Stressful Life Events and Alcohol Problems among Women Seen at a Detoxication Center" J. Stud. Alcohol 39(9):1559-1576 (1978).
- Campbell, N., Franco, K., & Jurs, S., "Abortion in adolescence," Adolescence 23(92):813-823 (1988).
- Barnard, C., The Long-Term Psychological Effects of Abortion, Institute for Pregnancy Loss, Portsmouth, NH, 1990.
- Plant, M. Women, Drinking and Pregnancy (London: Tavistock Publications, 1985).
- Speckhard, A., Psychosocial Stress Following Abortion, (Kansas City, MO: Sheed & Ward, 1987).
- Houston, H., & Jacobson, L., "Overdose and Termination of Pregnancy: an Important Association?" Br. J. General Practice 46:737-738, Dec. 1996.
- Keith, L.G., et. al., "Substance Abuse in Pregnant Women: Recent Experience at the Perinatal Center for Chemical Dependence of Northwestern Memorial Hospital" Obstet Gynecol 73:715, 1989.
- "Prevalence of Illicit Drugs Detected in the Urine of Women of Childbearing Age in Alabama Public Health Clinics," Public Health Reports 109(4):530, July/Aug 1994.
- Kuzma, J. & Kissinger, D., "Patterns of Alcohol and Cigarette Use in Pregnancy," Neurobehavioral Toxicology and Teratology 3:211-221 (1981).
- Drower, S.A. & Nash, E.S., "Therapeutic Abortion on Psychiatric Grounds" South Africa Medical Journal 54(2):604-608 Oct 7, 1978.
Höhere Krankheitsanfälligkeit - mehr Arztbesuche
Berkeley D, Humphreys PL, Davidson D. (1984). Demands made on general practice by women before and after an abortion. J R Coll Gen Pract, 34:310-315:
Berkeley und Humphreys finden, dass die Konsultationen bei einem Allgemeinpraktiker um 80% zunahmen für die Behandlung von körperlichen Erkrankungen und um 180% für die Behandlung aus psycho-sozialen Gründen.
Erhöhtes Risiko von Kindsmisshandlungen an überlebenden Geschwistern
Ney P.; Relationship Between Abortion & Child Abuse; Canada Jour. Psychiatry; 1979; 24: 610-620:
Der kanadische Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Ney weist nach, dass das Risiko von Kindsmisshandlungen in Familien mit vorhergegangener Abtreibung signifikant zunimmt.
Mehr Wochenbettdepressionen
Klaus MH, Kennell JH. Maternal Infant Bonding, CV Mosby, 1976
Colman AD, Colman LL. Pregnancy: The Psychological Experience, Herder and Herder, New York, 1971
Frauen, die abtreiben, leiden eher an Wochenbettdepressionen.
Risikofaktoren, die erlauben, psychologische Probleme nach einer Abtreibung vorauszusehen
Im Grunde wäre jeder Arzt dazu verpflichtet, eingehend Risikofaktoren zu berücksichtigen und darüber zu informieren. Nimmt man die von Abtreibungbefürwortern oft gehörten Äusserungen, allfällige Beschwerden stünden mit anderen vorausgehenden Traumas in einem Zusammenhang oder seien durch die soziale Situation zu erklären, so müssten auch solche Traumen berücksichtigt werden. Daraus könnten sich Kontraindikationen ergeben. Hier eine kleine Übersicht möglicher zusätzlicher Risikofaktoren:
(Die folgende Übersicht stützt sich auf: Reardon David C., The post abortion review, Vol.1 Nr.3, Herbst 1993 und Vol.2 Nr.4 Winter 1994)
- 1. Konflikthafte Entscheidung
- 1.1 Entscheidungsschwierigkeiten, Ambivalenz, ungelöste Zweifel (1, 2, 11, 14, 16, 17, 19, 23, 27, 30, 36, 39, 40)
- 1.1.1 Moralische Überzeugungen mit Vorbehalten gegenüber der Abtreibung
- 1.1.1.1 Religiöse oder bewahrende Werte (1, 17, 27, 31, 35, 36)
- 1.1.1.2 Ablehnende Einstellung gegenüber der Abtreibung (7)
- 1.1.1.3 Gefühl der Scham oder sozialen Verurteilung im Zusammenhang mit Abtreibung (1)
- 1.1.1.4 Befürchtungen, die Tatsache der Abtreibung nicht verheimlichen zu können (37)
- 1.1.2 Konflikthafte Wünsche zur Mutterschaft (27, 23)
- 1.1.2.1 ursprünglich gewünschte oder geplante Schwangerschaft (11, 17, 21, 23, 39)
- 1.1.2.2 Abtreibung eines gewünschten Kindes auf Grund einer Behinderung (2, 5, 11, 14, 15, 20, 22)
- 1.1.2.3 Abtreibung auf Grund "gesundheitlicher Risiken" für die Gesundheit der Mutter (2, 11, 14, 20, 32, 36)
- 1.1.2.4 starke Muttergefühle (35, 27)
- 1.1.2.5 die Tatsache, verheiratet zu sein (6)
- 1.1.2.6 die Tatsache, bereits Kinder zu haben (19, 35)
- 1.1.2.7 Schwangerschaft, die infolge mangelnder Verhütung entstanden ist als möglicher Ausdruck eines versteckten Kinderwunsches (4)
- 1.1.2.8 positiv-besorgende Haltung um den Fötus, wie zum Beispiel der Wunsch, das Geschlecht zu erfahren oder der Wunsch, das voraussichtliche Geburtsdatum genau zu erfahren (16)
- 1.1.3 Abtreibung im zweiten oder dritten Trimester, was oft Ausdruck einer grossen Ambivalenz, eines grossen äusseren Druckes oder eine verborgen gehaltene Schwangerschaft bedeuten kann (20, 31, 31, 36)
- 1.2 Gefühle von Druck oder Zwang (11, 12, 14, 27, 33, 35, 39, 40)
- 1.2.1 Gefühl von Zwang, eine Abtreibung durchzuführen
- 1.2.1.1 Druck von Seiten des Ehegatten oder Lebenspartners
- 1.2.1.2 Druck von Seiten der Eltern
- 1.2.1.3 Druck von Seiten des Arztes, der beratenden Person, des Arbeitgebers oder anderer Personen
- 1.2.2 Gefühl, dass die Entscheidung nicht eine selbstgefällte ist oder dass es die einzige Wahl war, die ihr übrigblieb (14)
- 1.2.3 Gefühl von Druck, im Sinne eine überstürzte Entscheidung fällen zu müssen (13, 18)
- 1.3 Der Entscheid zur Abtreibung wurde auf Grund einseitiger, unpräziser o
Kommentare
Noch ein Beweis: kein erhöhtes Risiko psychischer Probleme
2011 wurde eine Studie publiziert, die auf dem dänischen Gesundheitsregister basiert, das sämtliche Gesundheitsdaten der Bevölkerung erfasst. Die Daten von 85'000 Frauen, welche zwischen 1995 und 2007 eine Schwangerschaft abbrechen liessen, zeigten auf, dass nach dem Abbruch nicht mehr dieser Frauen einen Psychiater konsultierten als vorher. Schlussfolgerung der AutorInnen: Die Hypothese, ein Schwangerschaftsabbruch erhöhe das Risiko für psychische Störungen, ist unhaltbar.
Munk-Olsen T. et al. "Induced First-Trimester Abortion and Risk of Mental Disorder", N.Engl.J.Med 2011;364:332-9
http://apa.org/news/psycport/PsycPORTArticle.aspx?id=apdigital_2011_01_2...
Anne-Marie Rey, http://www.svss-uspda.ch


Voller Fehlinformationen
Es ist erstaunlich, wie hier Abtreibungsgegner Fachliteratur fehlinterpretieren (z.B. die finnische Studie von Gissler) und unwissenschaftliche, widerlegte "Studien" von Reardon, Wanda Frank etc. als Quelle für das behauptete PAS angeben. Das PAS ist kein wissenschaftlich anerkanntes Krankheitsbild. Und mehrere Übersichten und Analysen der neueren Fachliteratur zeigen: Frauen haben nach einem Schwangerschaftsabbruch nicht häufiger psychische Probleme als Frauen, die eine ungeplante Schwangerschaft austrugen.
Die bisher seriöseste Studie ist diejenige von Gilchrist (Gilchrist AC. et al. "Termination of Pregnancy and Psychiatric Morbidity" Brit.J.Psych. 167:243-48, 1995). Bezeichnenderweise wird sie hier nicht erwähnt. 2'000 Frauen, die einen SA hatten, wurden während 10 Jahren beobachtet und mit 3'000 Frauen verglichen, die eine ungeplante Schwangerschaft ausgetragen hatten: Es fanden sich zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede betr. Psychosen, Depressionen, Angstzuständen und anderen psychischen Erkrankungen.
Mehr dazu findet sich auf der website www.abtreibung-avortement.info/de/facts/psychisch.htm