Zehntausende Spanier demonstrieren gegen Abtreibung
Madrid – Zehntausende Menschen haben am Sonntag in Madrid gegen die geplante Lockerung des Abtreibungsgesetzes demonstriert. Nach unabhängigen Schätzungen marschierten knapp 100.000 Menschen hinter einem Spruchband mit dem Motto: „Es gibt kein Recht zu töten, nur ein Recht auf Leben“. Die Organisatoren sprachen von einer halben Million Teilnehmer.
Zu dem Protestmarsch gegen das Gesetzesprojekt der sozialistischen Regierung aufgerufen hatten katholische Initiativen wie „Ärzte für das Leben“ und „Provida Madrid“, unterstützt wurde er von katholischen Kirche in Spanien. Diese wirft der Regierung in einer umstrittenen Kampagne vor, seltene Tiere wie den Iberischen Luchs besser zu schützen als das ungeborene Leben.
Die Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero will noch im Frühjahr den neuen Gesetzentwurf für eine Liberalisierung der Abtreibungsregelungen vorstellen. Das seit 1985 geltende Gesetz erlaubt Schwangerschaftsabbrüche nur nach Vergewaltigungen, bei einer Behinderung des Kindes sowie bei einer Gefahr für die „körperliche oder geistige Gesundheit“ der Mutter.
Zapatero will die Fristenlösung einführen, wie sie in den meisten europäischen Ländern bereits praktiziert wird. Die konservative Opposition lehnt eine Liberalisierung der Regelungen ebenfalls ab, rief ihre Anhänger aber offiziell nicht zu einer Teilnahme an der Kundgebung auf. © afp/aerzteblatt.de


Fristenregelung in Spanien in Kraft
Seit Juli 2010 ist die Fristenregelung in Spanien in Kraft.