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Spanier streiten über Abtreibung *NEWS*

Bischöfe wettern gegen Reformpläne | Spanier streiten über Abtreibung
VON RALPH SCHULZE

Madrid. Die katholische Kirche wettert gegen die geplante Abtreibungsreform in Spanien: Der Schwangerschaftsabbruch, so die Bischöfe, sei das "größte Attentat, das man begehen kann". Sie werfen dem sozialdemokratischen Premier José Luis Zapatero vor, Tiere und Pflanzen mehr zu schützen als das menschliche Leben.

Diese Botschaft predigen die Oberhirten nicht nur in den Kirchen. Mit riesigen Plakatwänden tragen sie ihren Kampf auf die Straßen: Auf den Werbetafeln starrt ein Luchs, der auf der Liste der aussterbenden Tiere steht, den Menschen entgegen. Über dem Tier prangt die Aufschrift "geschützt". Daneben lächelt ein Menschenbaby den Betrachter an und sagt: "Und ich...? Schützt mein Leben!"

Die geplante Reform sieht eine großzügige Fristenregelung vor. Danach sollen die Spanierinnen künftig in den ersten 14 Schwangerschaftswochen ohne Angabe von Gründen abtreiben dürfen. Auch Mädchen über 16 sollen allein über einen Abbruch entscheiden können. Bei schweren Gefahren für die Mutter oder Fehlbildung des Fötus werden Abtreibungen bis zur 22. Woche möglich sein.

"Wir wollen nicht noch mehr unerwünschte Schwangerschaften", sagte Frauenministerin Bibiana Aido (32) zur geplanten Lockerung des Abtreibungsrechts. "Das neue Gesetz wird sicherer sein, und es wird die Frauen und auch das Ungeborene besser schützen." Die konservative oppositionelle Volkspartei hält dagegen, mit der Reform werde jungen Menschen die Abtreibung als "Mittel der Empfängnisverhütung" nahegebracht.

Auch bisher waren Abbrüche in Spanien schon ohne größere Probleme möglich. Ein Arzt musste seine Zustimmung geben. Bei "Gefahr für die physische oder psychische Gesundheit", mit der 97 Prozent aller Abbrüche begründet wurden, gab es nicht einmal eine Frist, so dass bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat abgetrieben wurde. 2008 Jahr ermittelte deswegen der Staatsanwalt gegen mehrere Abtreibungskliniken.

Die Zahl der Abtreibungen steigt hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Mit mehr als 110 000 Abbrüchen liegt Spanien auf gleicher Höhe wie Deutschland, wo doppelt so viele Menschen leben. Daraus lässt sich ablesen, dass sich die Spanier - die meisten sind katholisch - von Bischöfen immer weniger in ihr Privatleben hineinreden lassen.

Quelle: fr-online.de

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Kommentare

Nach dem Abbruch

Hallo, rufe ich mal ins "Leere"....

das kommt daher, weil ich mir vorkomme, als wäre ich die Einzige, die abgetrieben hat.... wie eine Aussätzige.

Dabei geht es mir an sich gut mit der entscheidung, es war für mich die einzig richtige. ich habe schon eine tochter von 7 jahren.

aber ich möchte mich gar nicht rechtfertigen, warum und weshalb...

alles war schon schlimm genug. den schritt zu machen, weil er für mich so sein musste, und es gar keinen anderen weg für mich gab, war trotzdem nicht einfach. auch mit vollster überzeugung nicht. sobald ich wusste, das ich schwanger war, bin ich gerannt! ich habe alle termine innerhalb von 2 tagen gelegt und nach 3 tagen bedenkzeit habe ich dann medikamentös abgebrochen.

das ganze ist nun eine woche her. mir kommt es vor als wäre es schon eine halbe eweigkeit her. wenn ich nicht noch bluten würde, würde ich das auch denken.

warum ich nun schreibe ist folgendes:

wie ich oben schon schrieb, fühle ich mich wie der einzige mensch auf erden. obwohl ich sogar andere kenne, denen das "passiert" ist. ich fühle mich schuldig. besonders, weil ich mit meinem ex freund, der mit der sache aber nichts zu tun hat, da wir schon ein halbes jahr getrennt sind, darüber geredet habe.

ich fühlte mich vor der abtreibung so einsam. und er ist der mann, den ich liebe...es kam zu einem telefonat und er bekam nach langem stochern dann raus was mit mir los ist. als er erfuhr, was passiert ist und was ich dabei bin zu tun, wollte er keine minute mit mir weiter reden.

es kam auch bis heute kein wort von ihm....kein: wie geht es dir jetzt? gar nichts....

das tut so weh....seine worte dazu...ich sei ja selber schuld und wie kann man nur....dabei ging es mir doch schon schlecht genug damit.

männer haben es so einfach. die können so einfach sagen: warum haste denn nicht verhütet? oder wie konnte das denn passieren? selber schuld etc etc..
viele wissen doch bestimmt nichtmals, dass von ihnen schon ein kind abgetrieben worden ist.

es ist so ungerecht....ich wollte nie nie nie in eine solche situation kommen. aber es ist wie es ist. erst dann merkt man als frau, was für eine sch... das wirklich ist, in die man da gerät. und das schlimmste ist, dass man eben nicht so offen darüber reden kann, wie man es gern wollen würde, weil es einfach so erdrückend ist. es tut weh, es tut so weh, von menschen zu hören, dass man schuld ist.

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