Spätabtreibung
Eine mindestens dreitägige Bedenkzeit ist notwendig
News: Beratung, Spätabtreibung
Rheinische Post: Bischöfin Käßmann zur Spätabtreibung: Eine mindestens dreitägige Bedenkzeit ist notwendig
Düsseldorf (ots) - Landesbischöfin Margot Käßmann mahnt vor dem Hintergrund der Debatte um Spätabtreibungen im Bundestag Änderungen im Schwangerschaftskonfliktgesetz an: "Angesichts des Schocks einer solchen Diagnose scheint mir zu allererst eine mindestens dreitägige Bedenkzeit notwendig, damit in Ruhe eine Entscheidung getroffen werden kann", sagte Käßmann der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). Käßmann fügte hinzu: "Zusätzlich zur ärztlichen Beratung, die ja meist über die Behinderung aufklärt, halte ich eine psychosoziale Beratung für wichtig, damit eine Frau Gelegenheit hat, auch über das Leben mit einem behinderten Kind und das Trauma einer Abtreibung nach der 22. Woche zu sprechen."
Statistisches Jahrbuch: Zahl der Spätabtreibungen steigt
News: Spätabtreibung
Berlin – Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist weiterhin rückläufig. Dies geht aus dem Statistischen Jahrbuch 2008 hervor, das der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, heute in Berlin vorgestellt hat.
Demnach wurden im vergangenen Jahr 116.871 Schwangerschaften abgebrochen. 2006 waren es noch 119.710. Die meisten Eingriffe registrierte das Statistische Bundesamt bei Frauen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren (27.727). 494 mal kam es zu Eingriffen bei Schwangeren, die 15 Jahre oder jünger waren.
Die meisten Abtreibungen wurden zwischen der sechsten und achten Schwangerschaftswoche vorgenommen (39.696). 229 mal wurden Feten in der 23. Schwangerschaftswoche oder später abgetrieben. Das ist der höchste Wert seit der Neuregelung des Paragraphen 218 im Jahr 1995. Frauen ist es seither erlaubt, Feten unter bestimmten Voraussetzungen bis kurz vor der Geburt abzutreiben.
Der Ludwig lacht
News: Spätabtreibung
Weil Ärzte eine Spätabtreibung ablehnten, lebt eine Familie in München mit einem Kind, das sie so nicht haben wollte. Heute ist Ludwig zwei Jahre alt und geistig und körperlich schwer behindert.
Fragt man Eltern, welches ihrer beiden Kinder sie mehr lieben, so erhält man gewöhnlich die Antwort: beide gleich. Auch bei Claudia und Reinhard Senge ist das so, aber nicht von Anfang an. Für sie war es ein weiter Weg bis dorthin.
Auch heute noch, zwei Jahre nach der Geburt ihres jüngsten Sohnes, sind sie der Meinung, sie hätten das Recht haben müssen, sich gegen dieses Kind zu entscheiden, als sie von seiner Behinderung erfuhren.
Von Beate Lakotta
Entscheidung zu Spätabtreibungen und Patientenverfügungen im Mai
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Berlin – Der Bundestag soll nach dem Willen der Koalitionsfraktionen im Mai über Gesetzentwürfe zu den Themen Spätabtreibung und Patientenverfügung abstimmen. Darauf verständigten sich Union und Sozialdemokraten, wie SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Mittwoch in Berlin sagte.
Er zeigte sich „verhalten optimistisch“, dass es bei der umstrittenen Frage der Patientenverfügungen einen Kompromiss zwischen SPD-Abgeordneten und Teilen der Union kommen werde. Derweil dauern die Bemühungen um eine Einigung beim Thema Spätabtreibungen an.
Fachpolitiker aller Seiten beschäftigen sich seit Jahren mit beiden ethischen Themen, bei denen kein Fraktionszwang besteht und die Abgeordneten frei nach ihrem Gewissen entscheiden können. Oppermann sagte, das Parlament solle voraussichtlich in der ersten, spätestens der zweiten Maiwoche über das Thema Spätabtreibungen und Ende Mai zu Patientenverfügungen entscheiden.
Vernünftige Frist
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Der Kompromiss ist angemessen. Wenn schwangere Frauen einen behinderten Embryo abtreiben wollen, müssen zwischen Diagnose und Abbruch drei Tage vergehen. Das sichert den Betroffenen eine Bedenkzeit - denn es ist eine der schwersten Entscheidungen, die in einem Menschenleben zu treffen ist: Kann sich eine schwangere Frau vorstellen, ein behindertes Kind zu lieben, zu erziehen und ein Leben lang zu begleiten - oder entscheidet sie sich für eine Abtreibung? Eine Frist von drei Tagen verhindert panische Reaktionen und lässt den Frauen trotzdem alle Rechte, die sie derzeit haben.
Schlechte Chancen für Frauenpolitikerinnen - Einigung bei Spätabtreibungen
News: Spätabtreibung
Union, SPD und FDP einigen sich auf eine gemeinsame Gesetzesnovelle. Frauenpolitikerinnen von SPD und Grünen erwägen eigenen Gesetzentwurf. VON HEIDE OESTREICH
BERLIN taz Im Parteienstreit um eine geplante Neuregelung der Beratungspflichten bei Abtreibungen nach der 12. Schwangerschaftswoche bewegen sich drei der fünf verschiedenen Gruppen auf einen Kompromiss zu. CSU-Familienpolitiker Johannes Singhammer und die Chefin des Familienausschusses Kerstin Griese (SPD) haben sich mit der FDP-Abgeordneten Ina Lenke auf einen gemeinsamen Gesetzentwurf geeinigt. Offen blieb, ob auch die Frauenpolitikerinnen von SPD und Grünen um die stellvertretende Fraktionschefin der SPD, Christel Humme, den Entwurf ebenfalls unterzeichnen. Gestern schloss Humme einen eigenen Gesetzentwurf nicht aus.
Deutscher Ärztinnenbund lehnt Gesetzesänderungen zum Schwangerschaftsabbruch nach medizinischer Indikation ab
News: Spätabtreibung
(openPR) - Anlässlich der heutigen Anhörung im Ausschuss für Familie, Senioren,Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages zum Thema "Konfliktsituationen während der Schwangerschaft" und zu den drei vorliegenden Gesetzentwürfen erklärt die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes Dr. Astrid Bühren: "Als verantwortungsbewusst handelnde Ärztinnen lehnen wir die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen ab. Dass Frauen sich durch Zwangsberatungen, Einhalten von Bedenkzeiten und stärkere Dokumentation eher zum Austragen eines schwer behinderten Kindes entscheiden können, ist für uns als Ärztinnen nur schwer vorstellbar. Späte Schwangerschaftsabbrüche bedeuten eine quälende Gewissensentscheidung für die Frau, die auch Ärztinnen und Ärzte in große Not bringen kann. Frauen, die aufgrund einer möglichen Behinderung des Kindes eine Abtreibung erwägen, können auch ohne die angestrebten Gesetzesänderungen umfassend informiert werden".
Deutscher Ärztinnenbund lehnt Gesetzesänderungen zum Schwangerschaftsabbruch nach medizinischer Indikation ab
News: Schwangerschaftsabbruch, Spätabtreibung, Politik, Recht & Gesetz
(openPR) - Anlässlich der heutigen Anhörung im Ausschuss für Familie, Senioren,Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages zum Thema "Konfliktsituationen während der Schwangerschaft" und zu den drei vorliegenden Gesetzentwürfen erklärt die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes Dr. Astrid Bühren:
"Als verantwortungsbewusst handelnde Ärztinnen lehnen wir die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen ab. Dass Frauen sich durch Zwangsberatungen, Einhalten von Bedenkzeiten und stärkere Dokumentation eher zum Austragen eines schwer behinderten Kindes entscheiden können, ist für uns als Ärztinnen nur schwer vorstellbar. Späte Schwangerschaftsabbrüche bedeuten eine quälende Gewissensentscheidung für die Frau, die auch Ärztinnen und Ärzte in große Not bringen kann. Frauen, die aufgrund einer möglichen Behinderung des Kindes eine Abtreibung erwägen, können auch ohne die angestrebten Gesetzesänderungen umfassend informiert werden".
Rheinische Post: CSU dringt auf Gesetzesänderung bei Spätabtreibung
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Düsseldorf (ots) - Vor der heutigen Experten-Anhörung zum Thema Spätabtreibung von Babys mit Behinderung hat die CSU dringend eine Gesetzesänderung angemahnt. "Wenn wir die Chance jetzt verspielen, wären die Folgen gravierend", sagte der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Johannes Singhammer (CSU), der "Rheinischen Post" (Montagausgabe). "In der nächsten Legislaturperiode wäre es kaum möglich, einen neuen Versuch zu unternehmen, die skandalöse Praxis bei der Spätabtreibung zu verändern." Singhammer hofft, dass nach der Experten-Anhörung im Bundestag ein Kompromiss gefunden wird und das Gesetz noch vor Wahl in Kraft treten kann. Die CSU fordert unter anderem eine gesetzlich festgelegte dreitägige Bedenkzeit und eine Beratungspflicht durch die Ärzte vor der Spätabtreibung.
„SaveOne“ Konferenz 2009 in Wien
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(openPR) - Wien: Die seelischen Probleme, die nach einer Abtreibung bei den betroffenen Frauen – und auch Männern! – auftreten können, sind eines der letzten Tabus unserer Gesellschaft. Doch jetzt gibt es Hilfe für die Betroffenen: Aus den USA kommt das bewährte „SaveOne“-Programm zur Aufarbeitung des Erlebten nun auch nach Europa. Am 25. April findet in Wien eine Konferenz zu diesem Thema statt, die sich vor allem an Fachpersonal aus sozialen Berufsfeldern, aber auch an Betroffene und Interessierte richtet.
In der Konferenz wird das Buch „SaveOne“ der US-Autorin Sheila Harper vorgestellt. Es dient als Leitfaden für ein 10-Schritte-Programm zur Aufarbeitung und Bewältigung der seelischen Belastungen nach einer Abtreibung. „SaveOne“ zeigt auf, wie Helfer (TherapeutInnen, SeelsorgerInnen usw.), die die Frauen in diesem Prozess begleiten und unterstützen wollen, ihnen Mut machen können, sich der Vergangenheit zu stellen und diese zu verarbeiten.

