Meine Geschichte
Erlebnisbericht: Frauen
Hallo ihr Lieben,
ich möchte euch hier ein kurzes Hallo zurufen und dabei meine Geschichte erzählen, da ich neu hier bin. Ich weiß nur ehrlich gesagt nicht so recht, wie ich beginnen soll, aber ich werd es mir einfach mal von der Seele schreiben. Danke im Vorraus für's Lesen- ehrlich!
Ich bin 16 Jahre alt und gehe noch zur Schule, ein sehr großer Grund für die Abtreibung, doch der Reihe nach. Die ersten Symptome meiner Schwangerschaft traten auf, während ich im Unterricht saß. Es war direkt nach dem Mittagessen und ich verfluchte die Cafeteria für ihr schreckliches Essen, an dem ich mir “den Magen verdorben“ hatte. Von dem Tag an war mir Tag und Nacht speiübel, auch wenn ich vorerst den Grund nicht kannte. Das allein reichte jedoch nicht um mich auf die Idee zu bringen, dass ich eventuell schwanger sein könnte, doch einige Abende später saß ich bei meinem Freund auf der Couch, als er mich von oben bis unten musterte und meinte, dass ich ja schon irgendwie zugenommen hätte.
Scherzhaft meinte er daraufhin, dass ich ja schwanger sein könnte, worrauf wir beide kurz lachten und er mich dann fragte, ob ich denn meine Tage bekommen hätte. Musste ich verneinen, aber die 1,2,3 Tage, das ist ja komplett im normalen Rahmen. Zwar war er daraufhin halbwegs beruhigt, aber ich wurde innerlich ziemlich nervös. Als ich dann nachher nachhause kam beauftragte ich meine Mutter schnell am nächsten Tag einen Schwangerschaftstest zu kaufen, nur zur Gewissheit, ich wolle ja eh nur sichergehen. Sie nahm es ebenfalls nicht sonderlich ernst, dennoch kaufte sie ihn und als ich am Nachmittag von der Schule kam machte ich den Test. Tja, der war positiv. Ich bekam einen Heulkrampf, sackte zusammen und musste mich längere Zeit von meiner Mutter auf dem Fußboden beruhigen lassen, da ich nicht aufstehen konnte. Sie meinte dazu allerdings nur, ich solle mir keine Sorgen machen, die ganzen Tests seien ja eh nicht sicher, sie würde nen Termin beim Arzt machen. Am Abend sprach ich dann mit meinem Freund, der zu allererst fragte, ob das Kind von ihm sei, was mich absolut sprachlos machte. Wir hatten unsere Schwierigkeiten und Vertrauensprobleme, aber ich war wirklich schockiert, das er so sehr an mir zweifelte. Als ich es ihm mehrfach versichert hatte diskutierten wir noch etwas darüber, was wir machen, doch er vertrat die gleiche Ansicht wie meine Mutter, sagte ich sollte erstmal sicher gehen und legte bald auf, da er bei Freunden war.
Am nächsten Tag ging ich zum Frauenarzt und mit den freundlichen Worten “Tja, schwanger biste ja schon, wa?“ brachte mich der Arzt dann schließlich komplett aus dem Konzept. Ich hatte keine Ahnung was ich tun sollte und rief meinen Freund an. Ich wollte ihm keine Umstände machen, da wir uns schon vorher über das Thema unterhalten hatten und er da immer sehr unmissverständlich ausgedrückt hatte, das er im Fall einer Schwangerschaft für eine Abtreibung wäre, und sagte, ich würde abtreiben, das würde schon in Ordnung gehen, um ihn zu beruhigen, doch er war auf einmal dafür das Kind großzuziehen, was mich extrem perplex machte, immerhin muss ich noch zur Schule gehen! Doch irgendwie hatte die Idee was verlockendes, doch je mehr ich mich mit Schwangerschaftskonfliktberatern, Telefonseelsorgern, Eltern, Freunden und auch mit meinem Freund (der teils innerhalb von Tagen immer wieder zwischen behalten und abtreiben schwangte) wurde mir klar, das ich das nicht tun konnte und auch mein Freund (wenn auch zu dem Zeitpunkt 20) da noch zu jung für war und ich wahrscheinlich irgendwann allein mit einem Kind dastehen würde. Meine Mutter war von Anfang an dafür, als wir vom Arzt kamen sagte sie mir ich solle nicht auf die Idee kommen das Kind behalten zu wollen, jedoch wurde sie im Laufe der Wochen sanfter und überließ mir die Entscheidung, auch wenn sie mir tagtäglich krassen Entscheidungsdruck machte. Mein Freund war das komplette Gegenteil und meinte ich solle mir bis zum letztmöglichen Tag zeitlassen und das überlegen, wir würden das gemeinsam machen, doch ich wollte eine Entscheidung, da ich dem Druck meiner Mutter nicht standhielt. So machte ich ihm Druck, womit er gar nicht umgehen konnte, also entschied ich mich schlussendlich nach 2 Wochen alleine.
Als ich in der Klinik war hatte ich die ganze Zeit das Gefühl rauslaufen zu müssen, doch danach war ich seltsam leer. Mein Freund meldete sich erst am späten Abend und sagte ich solle vorbeikommen. Die ersten Worte die er sagte waren “Ich will unser Kind wieder haben!“, was zwar ein Witz sein sollte, mich aber extrem traf und ich am liebsten geweint hätte. Damit hatte er natürlich enormes Feingefühl bewiesen. Seitdem weine ich nachts immernoch sehr viel und wenn ich bei ihm schlafe und er das mitkriegt sagt er mir, dass es doch meine eigene Entscheidung war und ich somit eigentlich nicht traurig sein dürfe, doch auch wenn ich es ihm zu erklären versuche versteht er leider nicht wie sich so etwas anfühlt. Nun ist es 3 Monate her, doch ich komm immer noch nicht damit klar, ich schwanke zwischen der Rationalität und dem Gedanken, dass ich es nicht gekonnt hätte und meiner Emotion und den Gefühlen für mein ungeborenes Kind. Ich bereue es zutiefst und kann damit wirklich nur sehr schwer leben. Aber irgendwie geht es immer weiter und außer 2 Freundinnen hat auch niemand anderes jemals von meinem kleinen Baby gewusst und ich möchte es mir auch weiterhin nicht anmerken lassen. Die Nächte weine ich zwar durch, aber am Tag bin ich guter Dinge und tue, als wäre nichts passiert, aber es tut trotzdem weh und ich fürchte mich vor den Nächten, da ich dann allein mit meinen Gedanken bin...

