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Die Pille, Verhütungsmittel

Die Pille, umgangssprachlich auch als Anti-Baby-Pille bezeichnet, ist ein weltweit gängiges Mittel der Empfängnisverhütung (sog. Kontrazeptivum).

Seit ihrer Zulassung im Jahr 1961 gibt es mindestens 30 verschiedene hormonhaltige Pillenpräparate auf dem deutschen Markt, die sich in ihrer Zusammensetzung und Anwendung unterscheiden. Die Präparate verhindern bei korrekter Anwendung eine Schwangerschaft mit hoher Sicherheit. Nach ihrer Einführung in den 1960ern wurde die "Anti-Baby-Pille" auch zum Symbol für einen gesellschaftlichen Wandel, der vor allem für Frauen sexuelle Freiheit offenbarte.

In den letzten Jahren entwickelte man weitere Anwendungsformen der Kontrazeptiva: Gestagendepots können jetzt in den Muskel gespritzt ("Dreimonatsspritze") oder für mehrere Jahre an der Oberarminnenseite implantiert werden ("Implanon"), oder kombinierte Hormonpräparate werden in Form eines Verhütungsrings täglich abgegeben.

Historisches

(Stand: 6. August 2007)

Die Geschichte der Pille begann vor 4000 Jahren. Damals zerstießen die Ägypter Granatapfelkerne, um daraus mithilfe von Wachs Scheidenzäpfchen zu rollen. Das Prinzip dieser Verhütungsmethode ist beeindruckend: Der Granatapfel enthält ein natürliches Östrogen, das wie die moderne Pille den Eisprung verhindern kann.

Das Jahr 1951 wurde zum historischen Meilenstein in der Entwicklung der Pille. In diesem Jahr meldete Carl Djerassi einen oral aktiv gemachten Abkömmling des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron als Antikontrazeptivum zum Patent an. Die antikonzeptionelle Wirkung des Progesterons war schon vorher bekannt. Doch oral, d.h. über den Mund, verabreicht, wurde es im Körper schnell abgebaut und somit unwirksam. Gemeinsam mit dem USA-Biologen Gregory Pincus kann Carl Djerassi als der Vater der Pille bezeichnet werden. Die Konzentration der verwendeten Hormonpräparate war damals 200-mal so hoch wie bei den heute üblichen Präparaten.

1960 erfolgte die Zulassung der Pille als erste hormonelle Verhütungsmethode in den USA. Ein Jahr später bringt die Berliner Schering AG die erste Pille in Deutschland auf den Markt. Dabei stieß die Pille im Nachkriegsdeutschland auf einige Probleme. Mädchen und junge Frauen sollten schließlich keinen Geschlechtsverkehr vor der Ehe haben, "brauchten" also auch keine Verhütungsmittel. Und bei den Ehefrauen war reichlicher Kindersegen erwünscht. Somit wurde die öffentliche Diskussion und Aufklärung von Verhütungsmittel nicht gefördert. Schering führte daher die Pille als "Mittel zur Behebung von Menstruationsstörungen" ein. Bis heute ist die Zyklusregulation eine erwünschte "Nebenwirkung" der Pille. In der DDR kommt 1965 die erste Pille der VEB Jenapharm auf den Markt.

Erst die Studentenbewegung bringt den offiziellen Durchbruch für die Pille. Unter dem Motto der sexuellen Revolution fördert sie die Enttabuisierung der Sexualität und damit die freie Verfügbarkeit der Pille für alle Frauen, zumindest in den westlichen Ländern.

1968 wird in der Enzyklika Humanae vitae die Pille als Mittel zur Verhütung von Papst Paul VI geächtet. Diese Haltung bleibt bis heute unverändert. Seit den 1970er Jahren ist die Pille in Deutschland fest etabliert. In einer Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Jahr 2003 gaben 55 Prozent der befragten Frauen an, dass sie mit der Pille verhüten. Neben dem Kondom ist die Pille auch heute noch das bevorzugte Verhütungsmittel.

Anwendung

(Stand: 6. August 2007)

Wegen der verschiedenen Arten und Wirkungsweisen der hormonellen empfängnisverhütenden Präparate sollte zuerst der Arzt, der die Pille verschrieben hat, über die Anwendung befragt werden. Es empfiehlt sich, auch den beiliegenden Beipackzettel zu lesen. Unabhängig davon lässt sich allgemein zur Anwendung der Pille festhalten:

Am ersten Tag der normalen Regel wird mit der Einnahme der "klassischen" Pille (Gestagen-Östrogen-Präparat) begonnen. Ein Schutz ist vom ersten Tag an gegeben. Insgesamt wird die Pille dann 21 Tage eingenommen mit einer folgenden einwöchigen Pause. Danach beginnt wieder der 21-tägige Rhythmus. Während dieser Pause kommt es zu einer regelähnlichen Blutung, die aber kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft als die Regelblutung ist. Eine Empfängnisverhütung besteht über den gesamten Zeitraum, also auch während der einwöchigen Pause.

Werden Kombinationspräparate im Rhythmus "21 Tage Pille, 7 Tage Pause" eingenommen, so ist die Einnahme von Minipillen durchgängig: Die Minipille sollte stets zur gleichen Zeit, maximal mit drei Stunden Verschiebung eingenommen werden. Seit kurzem gibt es in Deutschland eine östrogenfreie Pille, die so zuverlässig wie Kombinationspillen und so verträglich wie herkömmliche Minipillen ist. Wird ihre Einnahme versäumt, so kann sie innerhalb von zwölf Stunden nachgeholt werden, ohne dass die empfängnisverhütende Wirkung nachlässt.

Kombinationspräparate
(Stand: 6. August 2007)

Hauptwirkungsweise
Kombinationspräparate haben sowohl einen Östrogen- als auch einen Gestagenanteil. Durch die Einnahme dieser Präparate wird verhindert, dass in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) ein spezielles Hormon gebildet wird (Gonadotropin). Dieses Gonadotropin bewirkt normalerweise den Eisprung. Wird es nicht produziert, unterbleibt der monatliche Eisprung und es fehlt damit eine zur Befruchtung notwendige Eizelle. Die Wirkung beruht in erster Linie auf dem Östrogenanteil. Das Gestagen hat hingegen andere zusätzliche schwangerschaftsverhütende Wirkungen:

Veränderungen im Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, die eine Einnistung einer befruchteten Eizelle erschweren.

Veränderungen in der Konsistenz des Schleims im Gebärmutterkanal. Auf diese Weise wird der Eintritt von Spermien in die Gebärmutter be- bzw. verhindert.
Beschleunigung des Transports der Eizelle im Eileiter. Dies verringert den Zeitraum einer möglichen Befruchtung.

Ein-Phasen-Pille (Kombinationspille)

Kombinationspräparat

Die Ein-Phasen-Pille besitzt eine feste Kombination aus Östrogen und Gestagen, die über den gesamten Zeitraum der Einnahme konstant ist. Die am ersten Tag einzunehmende Pille besitzt die gleiche Zusammensetzung wie die am letzten Tag verwendete. Die Hormonzusammensetzung entspricht nicht den physiologischen hormonellen Abläufen der Frau.

Sicherheit: Der Pearl-Index der Ein-Phasen-Pille beträgt 0,2 - 0,5. Die Methode ist als sehr sicher anzusehen. Bei korrekter Anwendung, also der zeitgleichen täglichen Einnahme, kann der Pearl-Index sogar auf nahezu 0 gesenkt werden.

Sequenzpräparate

(Stand: 6. August 2007)

Kombinationspräparat

Sequenzpräparate enthalten in der ersten Woche nur Östrogen und für die folgenden zwei Wochen Östrogen und Gestagene. Man bezeichnet diese Art der Pille auch als Zwei-Phasen-Pille. Die Art der Hormongabe ahmt die natürlichen Schwankungen des weiblichen Hormonspiegels nach. Bei einer Zwei-Stufen-Pille enthält die Pille während der ersten Phase (11 Tage) neben dem Östrogen auch etwas Gestagen, das in der zweiten Einnahmephase (10 Tage) ansteigt - bei konstantem Östrogengehalt.

Sicherheit: Der Pearl-Index der Sequenzpräparate beträgt 0,2 - 0,7. Die Methode ist als sehr sicher anzusehen. Bei korrekter Anwendung, also der zeitgleichen täglichen Einnahme, kann der Pearl-Index sogar auf nahezu 0 gesenkt werden.

Dreistufenpräparate

(Stand: 6. August 2007)

Kombinationspräparat

Die Dreistufenpräparate bedeuten ein noch stärker verfeinertes Eingehen auf die natürlichen Hormonkonzentrationsschwankungen der Frau als die Zweistufenpräparate. Bei diesen Pillen wird wie folgt dosiert:

6 Tage Östrogen und Gestagen
5-6 Tage Östrogen und Gestagen in leicht erhöhter Menge
10 Tage Östrogendosis reduziert und Gestagendosis erhöht.
Sicherheit: Der Pearl-Index der Dreistufenpräparate beträgt 0,2 - 0,5. Die Methode ist als sehr sicher anzusehen. Bei korrekter Anwendung, also der zeitgleichen täglichen Einnahme, kann der Pearl-Index sogar auf nahezu 0 gesenkt werden.

Mikropille

(Stand: 6. August 2007)

Kombinationspräparat

Die Mikropille besteht aus einem schwach dosierten Östrogen mit einem geringen Gestagenanteil. Diese zweite und dritte Generation der Pille ist seit 1981 auf dem Markt. Im Jahr 1995 geriet sie jedoch in die Schlagzeilen, da die WHO aus Genf meldete, dass das Thromboserisiko dieser Pille doppelt so hoch sei wie bei den vorangegangenen Pillengenerationen. Aufgrund dieser Warnung und angeblich weiterer Beweise warnte die englische Regierung vor der Einnahme. In Deutschland wurden durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Einschränkungen für Abgabe und Nutzung verfügt. So musste auf dem Beipackzettel darauf hingewiesen werden, dass für Frauen, die rauchen und unter Übergewicht leiden, ein erhöhtes Thromboserisiko besteht. Weiterhin wurden Frauen unter 30 Jahren ohne Pillenerfahrung als Risikopatientinnen bezeichnet. Dagegen klagten die Hersteller.

Am 18. Juni 1998 wurden die Einschränkungen vom Berliner Verwaltungsgericht aufgehoben und festgestellt, dass die behaupteten Nebenwirkungen nicht mit letzter Sicherheit erwiesen seien und Einzelfälle in unzulässiger Weise verallgemeinert werden. Außerdem seien die Studien erheblichen Störfaktoren ausgesetzt und die Ergebnisse biologisch nicht plausibel.

Sicherheit: Der Pearl-Index der Mikropille beträgt 0,2 - 0,5. Die Methode ist als sehr sicher anzusehen. Bei korrekter Anwendung, also der zeitgleichen täglichen Einnahme, kann der Pearl – Index sogar auf nahezu 0 gesenkt werden.

Minipille

(Stand: 6. August 2007)

Einfachpräparat

Die Minipille enthält nur Gestagen und das in minimaler Konzentration. Aus diesem Grund findet bei den herkömmlichen Minipillen keine Hemmung des Eisprungs statt. Die Wirkung beruht im Wesentlichen auf einer Veränderung der Gebärmutterschleimhaut und des Schleims im Gebärmutterkanal. Samenzellen können nicht mehr in die Gebärmutter eindringen, und eine eventuell befruchtete Eizelle kann sich nicht einnisten.

Besonderheiten: Die körpereigene Hormonproduktion wird kaum beeinflusst. Die Minipille ist daher besonders für Jugendliche gut geeignet. Wichtig ist eine strikte regelmäßige Einnahme – täglich und stets zur selben Stunde.

Sicherheit: Der Pearl-Index der Minipille beträgt 0,8 - 3. Die Methode ist als relativ sicher anzusehen.

Da der Eisprung jedoch nicht, wie bei den Kombinationspillen verhindert wird, sondern eine Schwangerschaft über Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt wird, ist der Pearl-Index etwas höher als bei den anderen Pillenarten. Durch korrekte Anwendung, also der zeitgleichen täglichen Einnahme, kann er jedoch unter den Wert von 3 verringert werden.

Seit kurzem gibt es in Deutschland eine östrogenfreie Pille, die so zuverlässig wie Kombinationspillen und so verträglich wie herkömmliche Minipillen ist. Sie beruht auf einem zweifachen Wirkprinzip: Es wird nicht nur der Zervixschleim verdickt und somit die Befruchtung der Eizelle erschwert, sondern auch der Eisprung wird zuverlässig gehemmt. Der Wirkstoff Desogestrel unterdrückt die Ausschüttung der Hormone FSH und LH, die für die Reifung der Eizellen und den Eisprung verantwortlich sind. Der Pearl-Index liegt bei etwa 0,1-0,4 und das Sicherheitsfenster bei zwölf Stunden. Wird die Einnahme dieser östrogenfreien Pille gelegentlich versäumt, so kann sie folglich innerhalb von zwölf Stunden nachgeholt werden, ohne dass die empfängnisverhütende Wirkung nachlässt.

Die Pille für den Mann

(Stand: 6. August 2007)

Die Pille für den Mann befindet sich derzeit noch im klinischem Versuchsstadium mit freiwilligen Probanden. Sie ist also noch nicht auf dem Markt.

In den letzten 40 Jahren gab es immer wieder Versuche, auch für den Mann eine Verhütungspille anzubieten. Trotzdem ist es bisher nicht gelungen, ein entsprechendes Produkt auf den Markt zu bringen. Neben medizinischen Gründen war früher die Bereitschaft der Männer, in dieser Weise selber für die Verhütung zu sorgen, nicht sehr ausgeprägt und Verhütung galt lange Zeit primär als Sache der Frau. Diese Einstellung hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert, sodass heute einem derartigen Produkt gute Marktchancen eingeräumt werden können.

In den 1960er und 1970er Jahren waren Versuche mit Baumwollsamenöl wenig erfolgreich. Zwar wurde eine Verhütung erreicht, diese führte aber in 30 Prozent der Fälle zu einer dauerhaften Zeugungsunfähigkeit.

Wirkungsweise: In Tablettenform werden den freiwilligen Probanden Gestagene, also Hormone verabreicht. Sie haben eine Wirkung auf die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und unterdrücken auf diesem Wege die Freisetzung eines Hormons, das für die Bildung der Spermien notwendig ist. Weiterhin wird die Testosteronbildung (= männliches Sexualhormon) unterdrückt. Aus diesem Grund müssen die Probanden Testosteron von außen zugeführt bekommen. Dies geschieht dadurch, dass ihnen einmal im Monat Testosteron intramuskulär gespritzt wird. Es muss gespritzt werden, da bei oraler Einnahme das Testosteron bereits in der Leber abgebaut wird. Zur Zeit wird die Verträglichkeit und Wirksamkeit getestet. Ebenso werden ein Hormonmix aus Östrogenen und Gestagenen sowie (bisher wenig erfolgreich) nicht-hormonelle Substanzen an Männern getestet. Bis zur Marktreife kann es noch einige Jahre dauern.

Gegenanzeigen

(Stand: 6. August 2007)

Die Pille sollte nicht angewandt werden bei:

bestehender Schwangerschaft
bestehenden hormonabhängigen Tumoren
bestehenden schweren Leberschäden
Erkrankungen der Hirn- oder Augengefäße
schweren Formen des Bluthochdrucks
angeborene oder erworbene Stoffwechselstörungen (z.B. Zuckerkrankheit)
bestehender Thrombose
Raucherinnen, die älter als 30 Jahre sind, insbesondere wenn weitere Risikofaktoren wie Übergewicht und Bluthochdruck bestehen

Nebenwirkungen

(Stand: 6. August 2007)

Die Einnahme der Pille verändert den Hormonhaushalt der Frau. Aufgrund dieser Tatsache kann es zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen. Dies können unerwünschte schwere, mittelschwere und vorübergehende geringere Wirkungen sein, es können aber auch erwünschte Nebenwirkungen auftreten.

Unerwünschte Nebenwirkungen
geringfügige Übelkeit
Spannungsgefühl in den Brüsten
Kopfschmerzen
vorübergehende Gewichtszunahme
Libidoverlust
leichte Erhöhung des Thromboserisikos
Zwischenblutungen
Günstige Nebenwirkungen
Beseitigung von Zyklusstörungen
Besserung von Akne
Schutz vor Eierstock- und Brustzysten
weniger Infektionen der inneren Genitalien
Verringerung des Risikos einer Extrauterinschwangerschaft

Verschiebung der Menstruation

(Stand: 6. August 2007)

Ob es der lang ersehnte Urlaub ist, die stressige Prüfung, ein sportlicher Wettkampf – für jede Frau gibt es ganz individuelle Situationen, in denen die Regelblutung als störend empfunden wird. In diesen Fällen kann der Zeitpunkt der voraussichtlichen Menstruation entweder vorverlegt oder nach hinten hinausgezögert werden. Die Art und Weise der zeitlichen Verlagerung richtet sich nach der Art der Pille. Am besten eignen sich sog. Ein-Phasen-Päparate, die eine feste Kombination von Hormonen über den gesamten Zeitraum der Einnahme enthalten (Östrogen und Gestagen).

Vorverlegung
Im Allgemeinen empfiehlt sich eine Vorverlegung der Menstruation anstatt einer Verzögerung. Frauen, die regelmäßig die Pille nehmen, können die Zeit der Pilleneinnahme folgendermaßen verkürzen: Anstatt die Pille 21 Tage lang einzunehmen, kann auf max. 14 Tage verkürzt werden. Nach zwei bis drei Tagen setzt dann die Blutung ein. Die Pillenpause beläuft sich wie sonst auch auf insgesamt sieben Tage, bevor man wieder mit einer neuen Pillenpackung anfängt.

Bei dieser Art der Vorverlegung ist eine ausreichende Schwangerschaftsverhütung vom Zeitpunkt der Pause bis zur Blutung nicht gewährleistet. Daher sollte auf eine zusätzliche Verhütungsmethode wie Kondomen zurückgegriffen werden.

Verschiebung
Soll die Zeit ohne Menstruation verlängert werden, wird keine Pillenpause eingelegt. Direkt im Anschluss an die üblichen 21 Tage wird die Einnahme ohne Pause fortgesetzt. Man verwendet dafür eine neue Packung. Die Pille sollte dann diesen Monat komplett eingenommen werden, damit der Verhütungsschutz bestehen bleibt. Danach kann dann die übliche Pause gemacht werden, in welcher die Blutung kommt.

Auf diese Weise kann man die Menstruation theoretisch beliebig nach hinten hinaus verzögern. Allerdings weiß man bis heute nicht definitiv, ob und in welchem Maße das dauerhafte Unterdrücken der Menstruation Einfluss auf den Körper nimmt.

Werden Sequenzpräparate verwendet, gestaltet sich die Verschiebung schwieriger. Um den Zeitpunkt der Menstruation hier zu verzögern, müssen die Pillen der zweiten Phase weiter eingenommen werden, also jene Pillen, die Östrogen und Gestagen enthalten.

Bei den Dreistufenpräparaten ist eine Verschiebung der Menstruation nicht zu empfehlen.

Weitere Informationen

(Stand: 6. August 2007)

Quellen:
Goerke, K., Steller, J. und Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban und Fischer, München 2003

Haag, P., Hanhart, N. und Müller, M.: Gynäkologie und Urologie. Med. Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2003/04

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Empfängnisverhütung. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/015 (Stand: Juli 2004)

Informationen der WHO: Family Planning. A global handbook for providers. World Health Organization, Genf (2007)

Online-Informationen der pro familia e.V. (www.profamilia.de) (Stand: Juli 2007)

Quelle des Artikels: http://www.onmeda.de/ratgeber/verhuetung/verhuetungsmethoden/pille.html

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